Nischen nutzen und sichtbar werden

Das Thema „Nische“ ist in aller Munde. Doch was bedeutet das eigentlich und steckt wirklich so viel Potenzial dahinter, wie alle immer sagen? Fakt ist: Nischen machen vieles leichter und bringen zahlreiche Vorteile mit sich. Denn in einer Zeit, wo es alles immer und überall zu geben scheint, braucht es manchmal mehr als Produktvielfalt, um Kundenbedürfnisse zu befriedigen und Interessenten zu Käufern zu machen. Aber fangen wir einmal vorne an.

Der Begriff Nische bezeichnet umgangssprachlich die „Marktnische“ und kommt aus der Wirtschaftswissenschaft. Sein Ursprung liegt jedoch in der Biologie, denn Darwin führte den Begriff der „ökologischen Nische“ bereits 1859 im Rahmen seines Evolutionskonzepts ein. Und tatsächlich gibt es Ähnlichkeiten zwischen Darwins ökologischer Nische und der Marktnische. Denn auch bei Darwin geht es um eine Spezialisierung: Tiere, die sich ganz besonderen Gegebenheiten in ihrer Umwelt angepasst haben, um dort von weniger Futterkonkurrenz oder Fressfeinden zu profitieren und so ihre Chance auf Überleben erhöhen. Im wirtschaftlichen Umfeld ist es ganz ähnlich: Die Positionierung als Nischenanbieter kann dafür sorgen, dass der Wettbewerbsdruck deutlich sinkt und das gesamte Unternehmen effizienter gesteuert und lukrativer betrieben werden kann. Die vergleichsweise geringere Nachfrage als im Gesamtmarkt bedeutet zwar auch geringere Umsätze. Dennoch ist das Geschäft lukrativ, da weniger Wettbewerber für höhere Gewinnspannen sorgen können. Das klingt doch ganz interessant, oder?

MarktNISCHE oder MarktLÜCKE

Im Gegensatz zur „Marktnische“, welche die Spezialisierung innerhalb eines existierenden Markts beschreibt, ist die „Marktlücke“ regelrechte Pioniersarbeit. Denn hierbei fehlt das Angebot noch komplett auf dem Markt. Das Risiko sich einer echten Marktlücke zu widmen ist dementsprechend um ein vielfaches höher. Viele Unbekannte, wie zum Beispiel die Frage nach dem tatsächlichen Bedarf und der Marktgröße, sorgen für einen Mehraufwand. Außerdem besteht bei Neuentwicklungen die Gefahr von Mitbewerbern überholt zu werden. „Darwin’s Nische“ ist also die bessere Wahl.

Was lockt den Kunden in den Laden? Ein Blick auf den lokalen Handel im „Massenmarkt“…

Das Internet, mit seinem umfangreichen Produktsortiment zu Schnäppchenpreisen, macht es schwer bis unmöglich sich als Preisführer zu positionieren. Dennoch wird, oft auch notgedrungen, versucht preislich mitzuhalten. Ein harter Kampf, den nicht selten die Onlineanbieter gewinnen, da sie schlichtweg zu deutlich besseren Konditionen einkaufen und entsprechend billiger verkaufen können. Kunden kennen und sehen diesen Kampf meist gar nicht und fühlen sich von den teils gravierenden Preisunterschieden regelrecht veralbert.

Ein weiterer Knackpunkt: In zahlreichen, lokalen Fachmärkten finden sich mittlerweile vollkommen identische Sortimente. Fix und fertig zusammengestellt mit hervorragender Lieferfähigkeit. Das ist toll und einfach. Allerdings führen diese Einheitssortimente bei Kunden nicht gerade zu Begeisterungsstürmen. Wenn schon nicht der günstigste Preis in das Ladenlokal locken kann, ist dann das zwar bequeme und etablierte, aber dennoch langweilige Standardsortiment ein Kundenmagnet? Wohl eher nicht.

Und wie sieht es mit guter Beratung aus? Die Vielzahl an Produkten macht es Verkäuferinnen und Verkäufern am Point of Sale auch nicht gerade leicht. Mehr als eine allgemeine, oberflächliche Beratung kann oft nicht erfolgen. Von einer echten Produktempfehlung einmal ganz zu schweigen. Die große Anzahl an Produkten macht es schwer sich tiefergehend mit den jeweiligen Produktvorteilen und Anwendungsgebieten auseinanderzusetzen. Und das wirkt sich auch nachteilig auf den Expertenstatus des Fachgeschäfts aus.

Hapert es also im lokalen Fachgeschäft an Kunden und bewegt man sich zudem auch noch im Massenmarkt, könnte man sich fragen: Liegt es an den zu hohen Preisen, am unattraktiven Sortiment oder an mangelnder Beratung? Praktischerweise sind alle drei Faktoren genau dann ein Problem oder zumindest eine Herausforderung, wenn man sich im Massenmarkt bewegt.

Weshalb es sich lohnen kann anders zu sein!

Eigentlich ist es ganz offensichtlich: Wenn es nicht möglich oder einfach zu schwer ist sich über den Preis positiv abzuheben, muss man eben nach anderen Merkmalen Ausschau halten. Hier kommt wieder die Marktnische ins Spiel. Womit könnte im großen Teich des Zoofachhandels eine Möglichkeit bestehen so „anders“ zu sein, dass es positiv auffällt und Kunden bringt? Und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Ein außergewöhnliches Angebot

Ein ausgefallenes Sortiment für eine spezielle Tierart, wäre zum Beispiel eine Möglichkeit. Also weg vom Einerlei des hundertprozentigen Standardsortiments, hin zu (mehr) handverlesenen Produkten, die erwiesenermaßen eine echte Empfehlung für die Halter dieser speziellen Tierart sind. Produkte, die noch nicht so bekannt sind, dass sie noch zum Stöbern einladen und sich der Weg ins lokale Fachgeschäft lohnt.

Experten-Status und Vertrauen

Eine weitere Möglichkeit ist es sich einen Experten-Status aufzubauen. Und das ist gar nicht so schwierig, wie es klingt. Oft gibt es Mitarbeiter, die ohnehin in einem Bereich besonders stark sind, sich außergewöhnlich für etwas interessieren und für ein Thema brennen. In solch einem Fall fehlt nicht mehr viel zum Experten. Das Engagement sich regelmäßig weiterzubilden vorausgesetzt, kann das Wissen dann in Verkaufsgesprächen, Beratungen und Infoabenden an Kunden weitergegeben werden. In Kombination mit passenden Produkten, kann dann die Nische für Rohfleischfütterung von Hunden, Katzentoilettenmanagement (ja, das gibt es wirklich) oder Salzwasseraquarien belegt werden. Sogar durch das bewusste Weglassen von bekannten, aber schlechten Produkten kann ein Alleinstellungsmerkmal sein, welches sich herumspricht.

Mehr treue Kunden und weniger Werbeausgaben

Wer einmal in den Genuss einer guten Beratung gekommen ist und perfekt zugeschnittene Produkte zur Problemlösung erhalten hat, bleibt in der Regel treu. Auch die Begeisterung über ausgefallene Produkte, lässt die Kunden nicht selten zu Stammkunden werden. Ganz besonders, wenn diese woanders nur selten oder nur schwer zu bekommen sind. Und Stammkunden sind in jeder Hinsicht von Vorteil. Denn sie müssen nicht für jeden Kauf mit neuen, kostspieligen Werbemaßnahmen ins Geschäft geholt werden. Sie kommen sogar freiwillig.

Keine Angst vor Wettbewerbern

Wer sich in einer Marktnische positioniert hat, braucht den Wettbewerb nicht (mehr) zu fürchten. Denn es gibt niemanden in der nahen Umgebung, der einem das Wasser reichen kann. Das wiederum sorgt für Spielraum bei der Preisgestaltung und ermöglicht es auch hochwertigere Produkte anzubieten.

Leichtere Platzierung in der Presse

Spannende Produkte und Angebote sind auch für die lokale Presse interessanter. Dementsprechend steigt die Chance für gute PR, da man als Nischenanbieter größeres Interesse weckt und mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

 Erfolgreich in der Marktnische

Nun wäre es zu viel versprochen „mal eben“ eine Marktnische zu erobern und damit quasi über Nacht erfolgreich Kunden anzuziehen. Wie immer gilt: Ohne Fleiß kein Preis und ohne Plan kein Erfolg. Um eine passende Marktnische zu finden, muss zuerst die Zielgruppe klar sein. Damit es schlussendlich klappt, muss auch der Preis stimmen, damit trotz geringerem Absatz noch genügend Geld in die Kasse kommt.

Sich gedanklich mit der Suche nach einer Nische zu beschäftigen, Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen und zumindest einen Teil des Sortiments aus einer Marktnische auszuwählen, kann hingegen schneller funktionieren. Das Internet ist dabei eine wahre Fundgrube, um vom Schreibtisch aus Potenziale für Marktnischen abzuklopfen.

Erschienen in ZoofachTrend 05/2019

So gelingt erfolgreiches Selfmade-Marketing

Da für aktives Marketing schnell große Summen zusammenkommen, ist nur verständlich, dass jeder Unternehmer so viel wie möglich selbst umsetzen möchte. Und die heutige Technik macht es möglich: Den Flyer mal eben selbst zusammenklicken, die Homepage per Baukasten in Eigenregie erstellen und den Aushang für die neue Aktion schnell zusammenkopieren. Die oft sogar kostenlose Software mit benutzerfreundlicher Anwendung bietet zahlreiche Möglichkeiten und regt zum Selbermachen und Sparen an. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. Denn im Marketing geht es schließlich nicht nur um Werbemittel. Auch die Funktion und das Zielvorhaben hinter jedem Werbemittel (das Konzept), müssen stimmen. Die vermeintlich kostenlosen Do-it-yourself-Lösungen entpuppen sich deshalb nicht selten als teure Zeitdiebe mit zweifelhaften Ergebnissen. Aber es geht auch anders.

Es gibt eine Vielzahl an Marketingaufgaben, die man mit angelesenem Fachwissen selbst umsetzen kann. Neben dem angeeigneten Fachwissen, benötigt man jedoch auch noch die Zeit dafür, man sollte etwas Talent mitbringen und am besten auch noch Spaß dabei haben. Fachwissen, Zeit und Talent vorausgesetzt, hat man die Möglichkeit einen großen “Marketingbatzen” selbst umzusetzen. Und: Damit viel Geld zu sparen! So weit die Theorie.

Als Tochter selbständiger Eltern habe ich viele geschäftliche Höhen und auch Tiefen von Kind an miterlebt. Ich weiß, dass einem nichts in den Schoß fällt und man am Erfolg arbeiten muss. Ich weiß aber auch, dass Fleiß allein nicht der einzige Weg zum geschäftlichen Erfolg ist. Eine Sorge meiner Eltern die allgegenwärtig war, ist wohl die Sorge oder der ständige Gedanke aller Selbständigen: „Wie komme ich an neue Kunden und was kann ich selbst dafür tun? Und wie kann ich Werbung und Marketing in Eigenregie umsetzen?“

Sparen oder draufzahlen mit “Selfmade-Marketing”

Was sind denn nun die Dinge, die man im Marketing mit angelesenem Fachwissen selbst umsetzen kann? Wo sind die Grenzen?

In über 16 Jahren habe ich eine Vielzahl “Nicht-Marketing-Fachleute” dabei begleitet ihr Marketing erfolgreich selbst in die Hand zu nehmen. Und dabei habe ich festgestellt, dass diese Grenzen unglaublich unterschiedlich sind. Das ist eigentlich auch ganz logisch, denn jeder hat eigene Fähigkeiten, andere Hobbies und auch eine andere Schmerzgrenze, um sich neue Kenntnisse anzueignen.

Ich habe dabei sensationelle Überraschungen erlebt. Zum Beispiel als sich eine Kundin unter meiner Anleitung plötzlich als Marketing- und Computer-Genie entpuppt hat, die nun ganz selbstverständlich ihre Homepage weitestgehend (!) selbst betreut. Und die sich vom Kenntnisstand gerade einmal E-Mails abrufen zu können, durch sämtliche Tücken der Technik durchgebissen hat. Auf diese Kundin bin ich unendlich stolz! Denn sie hat gezeigt was möglich ist. Sie hat allerdings auch das Vertrauen Fragen zu stellen.

„Warum ist das so? Wie teuer ist das? Kann ich das selbst umsetzen ? Was muss ich dafür können? Und was wäre eine Alternative?“

Diese Fragen schießen wie selbstverständlich aus meiner “Wunderkundin” heraus. Wir diskutieren pro und contra. Wägen Kosten und Nutzen ab. Überlegen die Prioritäten, weil es einfach ganz normal ist, dass auch oder gerade im Marketing nicht alles auf einmal geht.

Im Marketing sind die Budgetgrenzen nach oben hin offen. Selbst ein Großkonzern hat Budgetgrenzen, wenn diese auch etwas höher liegen dürften, als bei einem Einzelunternehmen. Jedenfalls gibt es Kunden, Marketinglaien, die wie meine Wunderkundin die Ärmel hochkrempeln und sich beraten lassen und dann durchstarten. Und es klappt. Aber ich habe auch Kunden erlebt, die anfangs voller Enthusiasmus alles selbst machen wollten und sehr schnell festgestellt haben, dass ihnen sowohl die Zeit als auch das Interesse fehlte, sich selbst um ihr Marketing zu kümmern. Hierbei gilt es vor allem ehrlich zu sich selbst zu sein.

Richtig rechnen für erfolgreiches Selfmade-Marketing

Für erfolgreiches Selfmade-Marketing muss man folgende Rechnung aufmachen: Die Zeit, welche man als “Laie” mit mancher Aufgabe verbringt, im Verhältnis zu der Zeit, die ein “Profi” für diese Aufgabe benötigen würde.

Auf den ersten Blick ist die eigene Leistung natürlich erst einmal kostenlos.

Eigentlich müsste man jedoch den eigenen Arbeitslohn für diese Zeit einrechnen, um Kosten und Nutzen realistisch auszurechnen. Das macht leider kaum jemand.

Ein weiterer Punkt: Nur allzu oft werden vollkommen unsinnige Marketingausgaben getätigt, wovon der Profi des Vetrauens sicherlich abgeraten hätte!

Preise für Materialien und Druckkosten, die Wirksamkeit von Werbemitteln, den Nutzen von bestimmten Marketingaktivitäten und so weiter, kann ein Laie oft nur schwer oder gar nicht abschätzen.

Eine ebenfalls beliebte Falle: “Das brauchen wir nicht extra in Druck geben, das können wir doch einfach hier über unseren Officedrucker (oder Kopierer) ausdrucken.”

Was der Laie nicht sieht und nicht bedenkt: Die Druckkosten bei einer günstigen Druckerei liegen oft um ein vielfaches unter den Material- und Vebrauchskosten der eigenen Ausdrucke oder Kopien. Zudem wirkt das Druckergebnis der Selfmade-Variante oft unprofessionell.

Vorsicht Falle

Manchmal wird buchstäblich der letzte Hosenknopf für absolut überteuerte Werbemittel ausgegeben. Der Profi kann den ausbleibenden Effekt meist leicht abschätzen. Der Laie jedoch investiert manchmal seine letzten Ersparnisse in der Hoffnung, dass diese eine Aktion “die Rettung” ist und dann die Aufträge einströmen.

Mit den genannten Beispielen möchte ich niemanden davon abbringen Marketing selbst in die Hand zu nehmen. Ich möchte dazu anregen “richtig zu rechnen” und seine eigenen Talente, Interessen und Grenzen bei den Do-it-yourself-Möglichkeiten zu berücksichtigen. Wenn alles zusammenspielt, bedeutet das dann nämlich: Aktives, erfolgreiches Marketing bei minimalen Marketingkosten. Und wenn nicht, kann man Schritt für Schritt an seinen Grenzen arbeiten und sich gezielt helfen lassen.

Geld sparen mit Do-it-yourself-Marketing und dem Balancefinder

Um tatsächlich durch Eigenleistung Geld sparen zu können, kommt es auf die richtige Auswahl der Aktivitäten an. Gedanklich sollte man die anstehenden Marketingaufgaben in drei „virtuellen“ Business-Etagen aufteilen.

Die Chefetage für das Tagegeschäft

Hierhin gehört die Nutzung berufstypischer Qualifikationen; persönliche, soziale und methodische Kompetenzen, sowie der Einsatz beruflicher Erfahrungen.

Die Büroetage für zusätzliche Aufgaben

Auf der Büroetage kommen nun die Aufgaben aus dem Marketing dazu. Hier stellt sich nun die Frage aller Fragen: Ist externe Hilfe notwendig oder kann man die Aufgabe allein stemmen?

Die dritte Etage ist der Versorgungkeller

Dort werden Aufgaben erledigt, die definitiv in professionelle Hände gehören. Dazu zählen alle Aufgaben, die nur selten oder einmalig vorkommen, deren Bearbeitung lange Erfahrung benötigt, die sehr komplex sind oder bei denen es sehr lange dauern würde sie zu erlernen.

Um die Marketingaufgaben in die jeweils „passende“ Etage einzusortieren und die Frage nach Eigenleistung oder externer Vergabe zu klären, stellt man sich bei jeder einzelnen Aufgabe die folgende Fragen und beantwortet sie. Fragen, welche man nicht sicher beantworten kann, rutschen automatisch auf die höchste Stufe (Stufe 5). Oder es müssen vorab zusätzliche Recherchearbeiten erfolgen, um die Aufgabe richtig einschätzen zu können.

Der Balancefinder:

  • Schwierigkeitsgrad: Wie hoch ist der Schwierigkeitsgrad, wenn man die Aufgabe selbst übernehmen würde? (1 leicht bis 5 sehr schwierig)
  • Zeitaufwand: Welcher geschätzte Zeitaufwand steckt dahinter? (1 wenig Zeit, bis 5 zehr viel Zeit)
  • Häufigkeit: Wie oft muss/sollte die Aufgabe erledigt werden? (1 selten, bis 5 häufig)
  • Kosten: Wie hoch sind die Kosten? (1 geringe Kosten, bis 5 hohe Kosten)
  • Nutzwert/Dringlichkeit : Welchen Nutzwert hat die Aufgabe bzw. wie dringlich ist sie? (1 geringer Nutzwert/Dringlichkeit, bis 5 hoher Nutzwert/Dringlichkeit)

Unter Berücksichtigung der eigenen Situation, wie z.B. der eigenen Kenntnisse und Talente, kann nun eine sinnvolle Verteilung und Umsetzung der Marketingaufgaben erfolgen. Damit steht erfolgreichem Do-it-Yourself oder Selfmade-Marketing nichts mehr im Weg.

Erschienen in ZoofachTrend 04/2019

Digitalisierung – ein großes Wort mit handfesten Vorteilen

Digitalisierung klingt nicht nur groß, sie ist es auch. Denn sie bringt im privaten, wie im geschäftlichen Umfeld verschiedenste Vorteile mit sich. Und das Gute daran: Sie hat ganz alltagstaugliche, ja fast schon hemdsärmelige Möglichkeiten im Gepäck, die nicht nur großen, sondern gerade auch kleineren Unternehmen und Solo-Unternehmern, diverse Annehmlichkeiten bescheren können. Aus „umständlich“ kann „effizient“ werden. Und aus „viel zu teuer“ plötzlich „bezahlbar“. Kurz: Unmögliches wird machbar!

Digitalisierung hat viele Gesichter und sie hat in der Vergangenheit nicht nur zahlreiche Jobs gekostet, sondern auch ganze Berufszweige überflüssig gemacht. Aber sie hat auch viele positive Seiten und damit ihre Daseinsberechtigung mehr als verdient.

Denn Digitalisierung muss ganz und gar nicht bedeuten, dass wir Menschen „ersetzt werden“. Es geht viel mehr darum die Möglichkeiten zu nutzen, um es uns Menschen leichter zu machen und Fehler zu vermeiden. Und es geht auch darum die menschlichen Ressourcen so zu schonen, dass diese bestenfalls an sinnvolleren Stellen, zum Beispiel beim Kundenservice, zum Einsatz kommen können.

Was bedeutet Digitalisierung?

Von der analogen zur digitalen Armbanduhr, von der Schallplatte zur CD, von der Videocassette zur DVD… diese Entwicklungen kennen wir aus dem privaten Umfeld und damit auch viele Vorteile und Bequemlichkeiten. Doch denken wir einmal etwas größer. Digitale Büchereien und Videotheken ermöglichen den Zugriff auf Informationen zu jeder Tages- und Nachtzeit – ganz ohne das Haus verlassen zu müssen.

All das gehört zur Digitalisierung. Denn im Prinzip bedeutet das Trendwort nichts anderes, als analoge Informationen, Inhalte oder Abläufe, in digitale Form umzuwandeln. Und diese Möglichkeiten sind im Großen, wie im Kleinen, längst noch nicht ausgereizt.

Digitalisierung für kleine Unternehmen und Solo-Unternehmer

Ich kann mich genau daran erinnern, als ich meinen ersten Computer mit Internetzugang hatte. Ich war überwältigt von den ganzen Möglichkeiten, welche mir das Internet eröffnete. Tatsache war jedoch, dass ich eine ganze Weile gebraucht habe, um diese Möglichkeiten in meinen Alltag einzubauen und auch aktiv zu nutzen. Wenn ich etwas wissen wollte, war mein Griff zum Lexikon noch lange Zeit schneller, als mein Griff zur Tatstatur und die Recherche in einer Suchmaschine im Internet. Aber das ist lange her und hat sich natürlich grundlegend geändert.

Doch dieser erste Schritt in Richtung Digitalisierung steht Unternehmen, ganz gleich welcher Größe, noch in vielen Bereichen bevor. Und dabei gilt es selbst kreativ zu werden und sich diesen Möglichkeiten zu öffnen. Bezahlbare, digitale Standardlösungen gibt es bereits wie Sand am Meer. Es gilt diese kennenzulernen und zu überlegen, in wie fern sie auf die eigenen Bedürfnisse übertragbar sind und in wie fern sie wirklich einen Nutzen bringen.

„Analog bleiben“ und an den richtigen Stellen eine „Prise digital“ hinzufügen

Um im eigenen Unternehmen die wertschöpfenden „Digitalisierungsperlen“ zu finden, beginnt man am besten an den Stellen, wo es gerade schmerzt. Ja, das ist nicht immer angenehm und kostet auch erst einmal wieder Zeit und Kraft. Doch genau hier, an dieser Stelle kann der erste Stein dazu gelegt werden, dass alles besser wird.

Die Faktoren Zeitersparnis, Kostensenkung und Fehlervermeidung gehen dabei meist Hand in Hand. Aber auch bei zwischenmenschlichen Prozessen kann es zu großen Reibungsverlusten kommen. Wäre es nicht schön, wenn man an diesen Stellen Abhilfe schaffen könnte und so mehr Zeit und Zufriedenheit bei der Arbeit erreichen könnte?

Was dauert zu lange oder ist zu teuer?

Wartezeiten können Kosten verursachen. Aber auch ohne zeitliche Engpässe sind zu hohe Kosten ein häufiger Grund dafür digitale Lösungen einzusetzen. Denn viele dieser Lösungen müssen nicht erst mit großem Aufwand individuell erstellt werden. Gängige Prozesse etwa, sind als Bestandteil von Standardlösungen „out oft he box“ mit dabei und kosten in der Anschaffung daher nur wenig.

Welcher Prozess ist zu umständlich oder zu fehleranfällig?

Umständliche Arbeiten sind meist auch sehr fehlerbehaftet. Mit Hilfe der Digitalisierung kann es gelingen, mehr Bequemlichkeit zu Gunsten der Qualität zu erreichen und dadurch wiederum die Fehlerquote zu reduzieren. Werden Informationen doppelt erfasst oder gar voneinander abgeschrieben? Müssen Bestellungen etwa von Hand erfasst und dann wieder digital weiter verarbeitet werden? Hier steckt viel Potenzial.

Wobei haben Mitarbeiter oder man selbst immer wieder Schwierigkeiten?

Es gibt sie überall, die ungeliebten Aufgaben, die nur zähneknirschend übernommen werden. Oft gibt es einfache Ansatzpunkte, welche diese Aufgaben entschärfen und damit gleich zu mehr Zufriedenheit bei der Arbeit sorgen.

Welche Informationen fehlen im Tagesgeschäft an welcher Stelle?

Der Zugriff auf Informationen ist im Alltag an vielen Stellen wichtig. Digitale Informationen lassen sich spielend leicht an verschiedenen Orten abrufen, bearbeiten und organisieren. Für die Umsetzung gibt es sogar fix und fertige Cloud-Lösungen mit datenschutzkonformen Speicherorten im Internet.

Wo wird noch Papier eingesetzt und verstopft das Lager?

Das vollkommen papierlose Büro wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Doch viele Unterlagen und Dokumente lassen sich einfacher, schneller und besser digital verwalten. Das spart nicht nur Platz, sondern bringt auch eine beruhigende Übersicht mit sich. Schließlich kann man digital um ein vielfaches schneller suchen und die dringend benötigten Informationen finden.

Hat man diese Schmerzpunkte ausfindig gemacht, geht es an das Aufspüren passender Digitalisierungslösungen. Selbstverständlich bietet Digitalisierung nicht für alle Probleme eine Lösung. Doch oft hilft es bereits einzelne Prozesse digital anzugehen, um für mehr Effizienz, Transparenz, Kostenersparnis, Professionalität, Zeitersparnis und vieles mehr zu sorgen. Man muss nur lernen, die digitalen Möglichkeiten als Lösung in Betracht zu ziehen und diese gezielt zur Problemlösung einsetzen. Nur weil etwas „schon immer so“ gemacht wurde und es vielleicht zu Beginn eine Umstellung erfordert, darf es nicht bei alten, problembehafteten Prozessen bleiben.

Beispiele für Digitalisierung im Zoofachgeschäft

Der Einsatz von Faxgeräten wird in vielen Unternehmen noch immer als zwingend erforderlich gesehen, da „andere“ eben noch damit arbeiten. Ein erster Schritt kann sein, den eigenen Faxempfang zu digitalisieren und die Faxe an Stelle auf Papier direkt als PDF im E-Mailpostfach zu empfangen.

  1. Im Rahmen der Kundenberatung werden am Point of Sale immer wieder themenspezifische Informationen abgefragt. Doch oft ist nicht jeder Mitarbeiter für jedes Thema gleichermaßen fit. Wie wäre es mit einer simplen Tablet-Infostation, über welcher jeder Mitarbeiter (eventuell sogar gemeinsam mit dem Kunden) die gängigen Informationen für alle Gebiete schnell finden könnte?
  2. An Stelle der gängigen Flyerverteilung, bietet ein Kunden-Newsletter vielfältige Möglichkeiten, um Kunden an das Ladenlokal zu binden und auf Werbeaktionen aufmerksam zu machen.
  3. Die Personalplanung dauert ewig und sorgt immer wieder für Chaos? Auch hierfür gibt es kostengünstige, digitale Lösungen.
  4. Für die Buchhaltung wird noch immer Papier von A nach B getragen? Mit einfach zu bedienenden Apps zum Scannen von Rechnungen, Quittungen und Belegen kann die Abgabe der Unterlagen zukünftig auch per Datentransfer über das Internet erfolgen, ohne das Büro verlassen zu müssen.

Digitalisierung ist nicht nur etwas für „die Großen“, sondern kann in jeder Unternehmensgröße eingesetzt werden. Also: „Think digital!“

Aber die Moral von der Geschicht’: Digitalisierung allein – das ist es ganz sicher nicht! Bei allen digitalen Möglichkeiten, sollte die persönliche Beziehung zum Kunden nicht zu kurz kommen.

Erschienen in ZoofachTrend 03/2019

Vom Kundenevent zur Kundenbindung

Kundenevents werden seit Jahren als effizientes Kommunikationswerkzeug eingesetzt. Zahlreiche Unternehmen veranstalten bereits regelmäßig Events und beziehen ihre Veranstaltungen ganz gezielt in ihr Marketing mit ein. Doch was macht ein Event zum Kundenhighlight mit Bindungspotenzial? Mit welchen anderen Marketinginstrumenten kann Eventmarketing sinnvoll verknüpft werden?

In unserer bunten Welt voller Werbung wird es immer schwieriger auf sich aufmerksam zu machen und sich von Mitbewerbern abzuheben. Flyer, Anzeigen, Plakate und Werbebanner reichen sich die Hand und sorgen auf Kundenseite mehr und mehr für eine rigorose Abwehrhaltung. Postwurfsendungen werden ungeöffnet entsorgt, Pop-Up-Werbefenster im Internet geblockt und das Werbefernsehen wird einfach weggeschaltet. Oder es wird direkt bei einem der nahezu werbefreien Videodienste, wie zum Beispiel Netflix oder Amazon Prime, das Programm der Wahl angeschaut.

Die klassische Werbung scheint langweilig und durchschaubar geworden zu sein. Der Marketingexperte von heute muss somit immer tiefer in die Trickkiste greifen, um die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden (zurück) zu gewinnen. Er muss Emotionen wecken und genau das kann mit Eventmarketing gelingen. Emotionen die auch zu einer Bindung an das Unternehmen führen können. Das Thema Heimtier eignet sich dafür wie kein zweites…

Wie nutzt man ein Kundenevent zur Kundenbindung?

Mit einem gut durchdachten und organisierten Event, können die Emotionen der Kunden gekitzelt werden. Im Vergleich zur klassischen Werbung kann das Event mit Mitarbeitern als persönlichem Ansprechpartner (ja, das ist heutzutage wirklich etwas Besonderes), Produkten direkt zum Anfassen trumpfen. Durch die erlebnisorientierte Umsetzung der Marketingziele wird das Zoofachgeschäft im wahrsten Sinne des Wortes „erlebbar“ und die Werbebotschaft so in eine akzeptierte Form verpackt. Wenn es dabei noch gelingt dem Kunden einen Zusatznutzen mitzugeben, steht einem erfolgreichen Event kaum noch etwas im Wege. Schließen Sie dazu am besten Kooperationen mit Experten aus ihrem Umfeld. Das können Tierärzte, Tierheilpraktiker, Hundetrainer, Katzenpsychologen, Tierfotografen, Tierbestatter oder auch Ratgeber-Autoren sein.

Der Zusatznutzen kann dann in Form eines Mini-Workshops oder einer Experten-Fragestunde entstehen. Im Zoofachhandel könnten dies zum Beispiel Workshops zum Thema „Wie füttert man Hunde richtig?“ oder „Wenn Katzen älter werden“ sein. Dabei sollten jedoch Ihre Ziele nicht aus den Augen verloren werden. Schließlich soll sich der Kunde genau an die Dinge erinnern, die von Ihnen dafür vorgesehen waren. Präsentieren Sie sich mit Ihrem außergewöhnlichen Produktsortiment, einer besonderen Fachkompetenz für bestimmte Tierarten oder Ähnlichem.

Wie oft ein Kundenevent veranstaltet wird, hängt in erster Linie mit dem zur Verfügung stehenden Budget ab. Aber auch die Größe der Zielgruppe und der Aufwand des Events an sich sind ausschlaggebend. Veranstalten Sie zum Beispiel kleinere Infoabende zum Thema Fütterung, können Sie daraus auch eine ganze Reihe für Hunde, Katzen, Nager etc. machen, die über einen gewissen Zeitraum (zum Beispiel 14-tägig) stattfindet. Wenn das Konzept erst einmal steht, ist es ein leichtes dieses erfolgreich auf andere Themenbereiche zu übertragen.

So machen Sie auf ihr Ladenlokal aufmerksam

Wenn Sie sich schon einmal mit der Organisation eines Kundenevents beschäftigen, sollten Sie alle Register ziehen. Denn ein Kundenevent eignet sich hervorragend um mal wieder auf die Presse zuzugehen und die Social Media-Kanäle mit unterhaltsamen Informationen zu füllen. Dabei kann die Zeit vor, während und nach dem Event genutzt werden. Der Newsbereich der Homepage, das Facebook-Profil, der BLOG profitieren von Event-Fotos und Texten und sorgen für frischen Wind auf allen Kanälen. Sie haben einen Newsletter? Prima, dann können Sie die Einladungsphase dazu nutzen Ihre bestehenden Abonnenten zum Event einzuladen und das Event an sich nutzen um auf den Newsletter aufmerksam zu machen und neue Abonnenten zu generieren (achten Sie dabei unbedingt auf datenschutzkonforme Umsetzung).

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass Sie über Ihre Presse- und Social Media-Kanäle eine gewisse Messbarkeit erzielen. Der Erfolg kann zum Beispiel durch eine steigende Anzahl an Newsletter-Abonnenten gemessen werden. Besonders einfach gelingt die Erfolgsmessung in Verbindung mit dem Einsatz einer Kundenkarte oder Gutscheinen, deren Rücklauf ausgewertet werden kann.

In 10 Schritten zum Kundenevent 

  1. Keine halben Sachen: Kein Kundenevent ist besser als eines ohne Konzept – schließlich haben Sie einen Ruf zu verlieren!
  2. Nehmen Sie sich Zeit für die Planung: Planen Sie lieber für die nächste Saison als sich mit einem Event-Schnellschuss zu blamieren.
  3. Holen Sie sich professionelle Unterstützung: Stellen Sie ein zuverlässiges Team zusammen und lassen Sie es von einem Hauptverantwortlichen (das können auch Sie selbst sein) leiten.
  4. Definieren Sie Ihre Zielgruppe: Wen wollen Sie erreichen? Nehmen Sie Ihre Kunden dazu im Vorfeld genau unter die Lupe, denn jede Zielgruppe hat ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse, die es herauszufinden gilt.
  5. Setzen Sie sich messbare Ziele: Zum Beispiel Veröffentlichungen in der Regionalpresse oder neue Newsletter-Abonnenten gewinnen.
  6. Finden Sie einen individuellen und einzigartigen Anlass der Ihre Kunden mitreißen kann.
  7. Formulieren Sie eine aussagekräftige „Message“: Ihre Botschaft muss bei den Kunden ankommen und im Mittelpunkt stehen.
  8. Schreiben Sie ein Konzept mit einem genauen Zeitplan. Von der Vorbereitung, über die Durchführung, bis zur Nachbereitung Ihres Events.
  9. Denken Sie an Verknüpfungspunkte im Marketing: Setzen Sie Ihr Event gezielt ein um Ihre Social Media-Profile bei Facebook, Twitter, Google+ zu unterstützen und um Ihre Presseaktivitäten zu intensivieren.
  10. Vergessen Sie nicht Ihr Event auf allen Kanälen zu bewerben und Ihre Zielgruppe rechtzeitig zu informieren.

Erschienen in ZoofachTrend 02/2019

Online Kunden gewinnen, offline verkaufen

Das Internet bietet eine Fülle an Möglichkeiten. Es verbindet Menschen auf der ganzen Welt, ermöglicht vom Sofa aus über den Tellerrand zu schauen und nicht zuletzt: Es bietet gigantische Einkaufsmöglichkeiten. Denn es gibt nichts, was es nicht gibt. Die Preise sind vergleichbar. Produktbewertungen gibt es noch oben drauf. Und einen Parkplatz? Den braucht es nicht. Kein Wunder, dass der stationäre Handel in den ersten Jahren des Internets große Augen gemacht hat und sich dem scheinbar übermächtigen „World Wide Web“ hoffnungslos ausgesetzt sah. Doch das ist ja nun schon eine Weile her, oder etwa nicht?

Im Internet einzukaufen ist heute ganz normal und nicht mehr wegzudenken. Aber es ist nicht nur alltäglich geworden. Es hat sich noch etwas verändert: Wir alle haben viele Erfahrungen im Internet gesammelt. Und das waren bei Weitem nicht nur Gute. Verschwundene Pakete, beschädigte Ware, falsche Produkte, irreführende Produkt-Bewertungen – all das hat uns Kunden wachsamer und auch skeptischer werden lassen. Viele Konsumenten wissen mittlerweile, dass der billigste Preis nicht immer hält was er verspricht. Und dass es doch ganz schön komfortabel sein kann mal eben zum nächsten Markt zu stapfen und das benötigte Produkt „ganz einfach vor Ort“ zu kaufen. Sogar ganz ohne Warterei auf den Postboten.

Trotzdem gibt es immer noch viele Ärgernisse rund um die Online-Konkurrenz des stationären Handels. Kunden, welche Produkte mit dem Smartphone abfotografieren, diese dann online recherchieren, um im Internet zu bestellen. Kunden, die sich gefühlt stundenlang beraten lassen, um dann im Internet zu bestellen. Kunden, die enttäuscht ob der geringen Produktauswahl vor Ort, gleich wieder umdrehen, um im Internet zu bestellen… Das ist wirklich frustrierend. Allerdings ist das Internet nicht nur Konkurrenz. Es bietet auch zahlreiche Möglichkeiten für den stationären Handel, ohne selbst einen Onlineshop betreiben zu müssen. Denn viele potenzielle Kunden im Umkreis eines Ladenlokals halten sich nun mal im Internet auf. Und dort können sie mit feinst abgestimmten Werbemaßnahmen abgeholt werden.

Die eigene Homepage als Schaltzentrale

Auch wenn das Internet direkt online zum Shoppen einlädt, so ist es längst nicht nur ein Ort des Einkaufens. Zahlreiche Tierhalter nutzen das Netz auch, um sich dort zu informieren, Neues zu erfahren und sich auszutauschen. Die eigene Homepage kann dabei für das Zoofachgeschäft eine entscheidende Rolle spielen. Denn dort laufen alle Marketingfäden zusammen, oder besser: Dort KÖNNEN alle Fäden zusammenlaufen. Denn Homepage ist nicht gleich Homepage. Technik, Inhalt und Funktion sind ebenso wichtige Unterscheidungsmerkmale, wie aktiver oder passiver Einsatz im Rahmen der Kundengewinnung. Denn auch eine gut gepflegte, aktuell gehaltene Internetpräsenz sorgt allein noch nicht für den großen Kundenansturm. Es ist viel mehr ein Mosaikstein, welcher für die Marketingaktivitäten im Internet eine entscheidende Rolle spielt.

Möchte man die Möglichkeiten des Internets für sein lokales Geschäft nutzen, so ist die eigene Homepage eine perfekte Schaltzentrale.

Dafür sollte die Homepage mindestens die folgenden Merkmale erfüllen:

  • Aktuelle Technik, damit die Nutzer auch mobil an Smartphone und Tablet die Inhalte bequem lesen können.
  • Relevante Inhalte, um das eigene Know-how zu unterstreichen und einen Mehrwert zu bieten. Nicht vergessen: Aktuelle Öffnungszeiten und etwaige Zusatzinformationen, wie etwa Parkmöglichkeiten oder Schwerpunkte des Produkt- und Beratungsangebots.
  • Individuelle Text- und Bildinhalte, um sich von der besten Seite zu zeigen. Hierbei aber unbedingt auf realistische Darstellung achten.
  • Kommunikationswege gezielt einbinden. Wer zum Beispiel keine E-Mails beantworten möchte, sollte explizit auf das Telefon verweisen.
  • Einzelne Landingpages (Zielseiten) für spezielle Werbeaktionen und Serviceseiten als zusätzliche Anlaufstelle für Kunden bei größerem Beratungsbedarf.

 

Mit der Homepage selbst ist ein elementarer Baustein gelegt. Und dieser wird sodann Anknüpfungspunkt für alle weiteren Marketingaktivitäten.

Online Werbung schalten und Kunden ansprechen

Wer bisher ausschließlich offline Werbung gemacht hat, wird sich besonders über die unglaublichen Werbemöglichkeiten im Internet freuen. Denn Onlinewerbung kann dermaßen gezielt eingesetzt werden, dass es nahezu keine Streuverluste gibt. Hat man bisher bei einer Postwurfsendung in der Region bisher notgedrungen auch Nicht-Tierhalter mit Werbung für sein Zoofachgeschäft beglückt, so kann man im Gegensatz dazu mit einer Onlinekampagne nun nicht nur gezielt Tierhalter, sondern sogar speziell die Halter einzelner Tierarten erreichen. Beispielsweise weibliche Katzenhalter im Alter von 32 bis 58 Jahren im konkreten Umkreis des Ladenlokals. Und es geht noch feiner. Wie wäre es mit männlichen Hundehaltern aus der Umgebung, zwischen 25 und 45 Jahren, die sich für vegetarische Ernährung interessieren und Motorrad fahren? Die Funktionen der hiesigen Anbieter wie Facebook, Google und Co. sind wirklich beeindruckend. Einziger Knackpunkt: Es bedarf für eine zielführende Konfiguration der Onlineanzeigen sehr gute Kenntnisse und aktuelle Erfahrungen. Dafür kann das Budget ebenso fein eingestellt werden, wie die jeweilige Zielgruppe.

Kunden mit gutem Service per Newsletter binden

Wenn das Wort Newsletter fällt, ist man geneigt gleich mit den Augen zu rollen. Zu groß ist die Enttäuschung mit bisherigen Newslettern. Als Empfänger fühlt man sich oft von Werbung „zugemüllt“. Und als Versender quält die ewige Frage nach dem nächsten Inhalt. Nun ja, beides gibt es auch heute noch. Aber auch hier hat sich einiges verändert.

Viele Versender haben gelernt, dass das reine Verschicken von Werbung nicht gerade auf Wohlwollen stößt. Außerdem hat man gelernt, dass der Newsletter nicht ausschließlich als Kommunikationskanal für Neuigkeiten dient. Er ist viel mehr eine effiziente und einfach zu bedienende Technologie, um mit Kunden und Interessenten in Kontakt zu bleiben und sich positiv in Erinnerung zu rufen. Auch hierbei spielt die Homepage eine große Rolle. Einerseits um Newsletter-Abonnenten einzusammeln. Andererseits um die Leser aus dem Newsletter heraus auf gut geplante Landingpages zu schicken. Mit einem durchdachten Konzept sind Newsletter ein mächtiges Werkzeug, um aus Interessenten Kunden und aus Kunden Stammkunden zu machen.

Zusammengefasst: Onlinetipps für das Offlinegeschäft

  1. Die Homepage als Schaltzentrale für alle Marketingaktivitäten nutzen.
  2. Kostenlose Onlineprofile anlegen, um online „lokal“ gefunden zu werden (z.B. auf Google Places, in Stadtportalen und relevanten Verzeichnissen).
  3. Online mit Facebook, Google & Co. Werbung schalten und Kunden aus der Nähe zielgerichtet fast ohne Streuverlust ansprechen.
  4. Social Media Kanäle nutzen, um sichtbar zu werden und lokal neue Kunden zu gewinnen.
  5. Newsletter für Tierhalter, um mit Kunden in Kontakt zu bleiben; zum Beispiel mit Umfragen, um Bedürfnisse (besser) kennenzulernen, Informationen zur Haltung, saisonalen (Produkt-)Tipps…
  6. Die Homepage dazu nutzen, um Kunden vor Ort einen besseren Service zu bieten. Zum Beispiel mit Tierarztinfos aus der Umgebung, Gassigeh-Tipps aus der Region, Katzensitter-Service-Verzeichnis und anderen tiernahen Dienstleistungen.

 

Auch wenn sich nicht jedermann auf das Internet einlassen will, so gehört es doch zum großen Marketingmix dazu. Die Möglichkeiten sollten nicht erst dann in Betracht gezogen werden, wenn bereits ein Rückgang an Kunden spürbar geworden ist. Es bietet auch kleinen Unternehmen eine großartige Unterstützung dabei bestehende Kunden mit außergewöhnlichem Service zu halten und neue Kunden anzuziehen.

Erschienen im Fachmagazin ZoofachTrend 01/2019

Social Media mit Facebook

Social Media mit Facebook und die Möglichkeiten für Unternehmen

Immer wieder hört man von Facebook über gestiegene Nutzerzahlen, neue Werbemöglichkeiten aber auch von dem einen oder anderen „Skandal“ zum Thema Datenschutz. Doch was bietet das so verbreitete Online-Netzwerk wirklich?

Die einen hassen, die anderen lieben es.  Seit 2009 ist die Anzahl der aktiven Nutzer von Facebook in Deutschland von knapp 3,5 Mio. auf  über 19 Mio. Nutzer angestiegen (Quelle: Facebook).  Eine Menge Nutzer, deren Umgang mit dem verbreiteten Online-Netzwerk nicht unterschiedlicher sein könnte.  Es gibt Nutzer, die nahezu ihr ganzes Leben auf Facebook dokumentieren.  Andere setzen ihre Profile gezielt für geschäftliche Angelegenheiten ein oder „posten“ (veröffentlichen) nur gelegentlich.  Und sicher gibt es auch eine Dunkelziffer ungenutzter Profile. Nichts desto trotz ist Facebook mit rund 34 Mio. Besuchern im Monat Juli 2011 in Deutschland  das am häufigsten besuchte Netzwerk (Quelle: MEEDIA) .

Das Herz von Facebook – das Profil

Um ein persönliches Profil bei Facebook einzurichten braucht man nicht viel. Eine E-Mailadresse und einen Internetzugang – schon kann es losgehen. Für Unternehmen bieten sich dabei gleich zwei Möglichkeiten. Sie legen erst ein „persönliches Profil“ an und ergänzen dieses Profil dann mit einem Zusatzprofil, der „Unternehmens-Seite“.  Oder aber Sie legen direkt eine „Unternehmens-Seite“ an. Das macht zum Beispiel dann Sinn wenn von vornherein klar ist dass immer mehrere Personen Ihre Unternehmens-Seite verwalten sollen oder wenn Sie Facebook ausschließlich geschäftlich nutzen möchten.  Der Link dazu ist etwas versteckt unter dem Anmeldeformular zu finden. Dort hat man dann die Möglichkeit zum Beispiel ein lokales Unternehmen, eine Organisation oder auch eine Marke in einer passenden Kategorie anzulegen.

Das persönliche Facebook-Profil

Wenn Sie sich dazu entscheiden Facebook als „Person“ mit einem persönlichen Profil  zu nutzen, füllen Sie das entsprechende Anmeldeformular aus. Nach dem Login können Sie Ihr Profil mit einem Foto und weiteren Informationen ergänzen.  Bevor Sie aber loslegen ist es ratsam Ihre „Kontoeinstellungen“ und „Privatsphäre-Einstellungen“ zu prüfen. Denn das Internet vergisst nicht. Stellen Sie sich dabei zum Beispiel vor dass die Information oder das Foto um das es geht auf einer Plakatwand vor Ihrer Haustür mit Ihrem Foto, Ihrem echten Namen und sonstigen Angaben stünde.  Ist Ihnen dieser Gedanke unangenehm, sollten Sie vorher genau überlegen ob Ihr Eintrag öffentlich, also für alle sichtbar sein darf oder vielleicht lieber nur für Ihre direkten Freunde zu sehen ist.

Kontakte knüpfen – das A und O

Wenn Sie über die Suche bekannte Gesichter gefunden haben, können Sie über den Button „ Freund/in hinzufügen“ eine Freundschaftsanfrage schicken, welche der Empfänger bestätigen oder ablehnen kann. An einigen Stellen kann, über einen wieder einmal etwas versteckten Link, auch eine kurze Nachricht gemeinsam mit der Anfrage verschickt werden. Darin schreibt man dann zum Beispiel woher man sich kennt oder bestellt Grüße. Wird die Freundschaftsanfrage bestätigt, werden Sie in Ihrem Profil unter „Neuigkeiten“ zukünftig lesen, was dieser Freund zu berichten hat. Umgekehrt trägt auch er dann den Status „Freund“ und liest Ihre Meldungen.
Um weitere Freunde zu finden, werden Ihnen von Facebook Freunde vorgeschlagen oder Sie werden aufgefordert  weitere Bekannte als Freunde hinzuzufügen.  An dieser Stelle ist es auch wieder besonders wichtig sich genau zu überlegen, wen man bei Facebook überhaupt kontaktieren möchte.
Per Mausklick auf den „gefällt-mir“-Button können Sie öffentlich Stellung beziehen, in Kontakt bleiben und Kommentare zu anderen Meldungen abgeben.

Geschäftlicher Einsatz

Facebook bietet eine Fülle von Einstellungen, Anwendungen und Erweiterungen, die sich permanent verändern.  Angefangen bei der klassischen Imagepflege, Produktvorstellungen oder der Bewerbung von Firmenevents, bis hin zu Befragungen oder Gutscheinaktionen. Ein Großteil des Angebots kann kostenlos genutzt werden. Wer ausreichend Zeit zur Verfügung hat kann je nach Branche oder Produkt eine Menge mit Facebook erreichen. Vorab sollte jedoch eine geeignete Herangehensweise nebst Zielen abgestimmt werden, denn allzu leicht verläuft man sich im Facebook-Dschungel. Der Faktor Zeit ist dabei nicht zu unterschätzen.
Das Profil einer Unternehmensseite ist, so fern es gut gepflegt wird, eine ideale Ergänzung zur Firmenhomepage auf der eine Vielzahl von Informationen hinterlegt werden können. Firmenadresse, Informationen zur Firmenhistorie, Produkte etc. lassen sich übersichtlich darstellen.  Durch Verknüpfung mit der Firmenhomepage besteht über den „gefällt-mir“-Button die Möglichkeit gezielt ein Feedback zu Produkten abzufragen. Nutzer die Sie durch Klick auf den „gefällt-mir“-Button als „Fan“ für sich gewinnen können, werden durch die Veröffentlichungen auf Ihrer Unternehmensseite dem Laufenden gehalten.

Facebook-Fakten:

  1. es gibt das „persönliche Profil“ für den menschlichen Nutzer und „Seiten oder Fanpages“ für Unternehmen, Marken, Produkte etc.
  2. der „gefällt mir“-Button ermöglicht das Abgeben eines Feedbacks zu Fotos und Meldungen und kann auch mit einem Kommentar ergänzt werden
  3. „Fans“ sind Nutzer, die auf den „gefällt mir“-Button Ihrer Unternehmensseite geklickt haben
  4. auf der „Pinnwand“ haben Besucher des Profils Gelegenheit Nachrichten zu hinterlassen, die ja nach
  5. Voreinstellung für alle Nutzer oder auch nur für einen ausgewählten Nutzerkreis sichtbar sind
  6. es besteht die Möglichkeit einen „gefällt mir“-Button direkt auf Ihrer Homepage zu integrieren
  7. unter www.facebook.com/username kann man eine Vanity URL beantragen, wie zum Beispiel  www.facebook.com/IhrUnternehmensname
  8. die Rubrik „Neuigkeiten“ ist in drei Bereiche unterteilt:
    • Statusmeldungen: Zeigt die „Statusmeldungen“ der Freunde
    • Neueste Meldungen: Zeigt zusätzlich zu den „Statusmeldungen“ auch  alle anderen Nachrichten im Freundschaftsnetzwerk, wie zB. Freundschaftsanfragen, Gruppenmitgliedschaften usw.
      Hauptmeldungen: Eine von Facebook nach Wichtigkeit bestimmte  „Auswahl“ an Meldungen im Freundschaftsnetzwerk

Erschienen im Branchen forum Zoo & Garten – Ausgabe 10/2011